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Der Maschinenraum: was eine KI-Agentur bei sich selbst betreibt
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Aus der Werkstatt 9. August 2026 Aktualisiert: 23. September 2026 8 min Lesezeitvon Matthias Meyer

Der Maschinenraum: was eine KI-Agentur bei sich selbst betreibt

Gedächtnis, Agenten, eine Plattform, eine Lernseite, drei Werkzeuge und das Arbeitssystem darunter. Alles, was bei Kunden läuft, läuft vorher bei uns. Auftakt einer Serie in sechs Teilen.

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Es gibt zwei Sorten von Dienstleistern in diesem Feld. Die einen erklären, was man mit KI machen könnte. Die anderen betreiben selbst etwas damit und wissen deshalb, wo es bricht.

Der Unterschied zeigt sich nicht im Verkaufsgespräch, sondern acht Wochen später. Wenn ein System vier Monate am Stück läuft, tauchen Probleme auf, die in keiner Anleitung stehen: Der Speicher wächst und niemand räumt auf. Ein Modell antwortet plötzlich anders als vorher. Ein Zugang läuft ab, und der Fehler kommt nicht als Fehler, sondern als leise falsches Ergebnis.

Diese Serie beschreibt, was bei uns selbst läuft. Nicht als Produktkatalog, sondern als Werkstattbericht.

Warum wir überhaupt Eigenes bauen#

Die ehrliche Antwort ist nicht Ideologie, sondern eine Reihe von Momenten, in denen etwas Vorhandenes nicht gereicht hat.

Ein Assistent, der sich nichts merkt, ist bei täglicher Arbeit unbrauchbar. Also brauchte es ein Gedächtnis. Ein Gedächtnis, das nur wächst, wird nach einem halben Jahr zum Heuhaufen. Also brauchte es Aufräumen, Bewerten und Vergessen. Agenten, die jede Nacht dieselbe Aufgabe fahren, werden nicht von allein besser. Also brauchte es einen Mechanismus, der ihre Anweisungen misst und tauscht.

Jedes Stück in dieser Serie ist an so einem Punkt entstanden, und einige sind daraus zu eigenen Produkten geworden.

Was es gibt#

Das Gedächtnis. Der Kern von allem. Ein System, das Gespräche, Entscheidungen, Personen, Projekte und Zusammenhänge über Monate behält und auf Nachfrage genau die drei Dinge zurückgibt, die gerade zählen. Es läuft für uns selbst, für Kunden und als Dienst, den andere buchen können. Es ist das älteste und meistgenutzte Stück im Haus.

Darwin. Agenten, die ihre eigenen Anweisungen verbessern. Jeder Lauf wird bewertet, aus den Ergebnissen entsteht ein Herausforderer-Text, beide laufen gegeneinander, der bessere bleibt. Mit Sicherheitsschranken, damit ein schlechter Herausforderer nicht produktiv wird. Das ist offener Quellcode und inzwischen unser meistgeladenes Paket.

MeetMyAgent. Jede Firma bekommt dort einen eigenen KI-Agenten, der für ihr Geschäft spricht: auf seiner eigenen Seite, im Chatfenster auf der Website der Firma und über A2A für andere KIs. Der Inhaber richtet ihn aus seinem eigenen KI-Assistenten ein, und was nach außen geht, entscheidet er. Bei allem, was Geld betrifft, entscheidet ein Mensch.

Die Academy. Unsere Lernplattform für Memory-First-KI, MCP-Server und Agenten-Muster. Das Besondere daran ist nicht der Inhalt, sondern der Betrieb: Sie wird von einer eigenen Gruppe Agenten geführt, die Inhalte vorschlagen, prüfen, schreiben und die Sichtbarkeit beobachten.

Drei Werkzeuge zum Selbstbedienen. Ein Kundenverwaltungs-System, das im Chatfenster lebt statt in einer Oberfläche. Ein Werkzeug, mit dem mehrere Agenten arbeitsteilig an einer Aufgabe arbeiten. Und eins, das misst, ob und wie eine Website in KI-Antworten vorkommt.

Die Agenten-Flotte. Die größte Gruppe und die unsichtbarste. Agenten, die nachts prüfen, sammeln, vergleichen und morgens einen Bericht hinterlassen. Für uns und für Kundenseiten.

Das Arbeitssystem selbst. Der Editor, die Modelle daneben, und die Schicht aus Regeln, Rezepten und Schranken, die verhindert, dass eine gut gemeinte Automatik etwas kaputt macht. Das ist der Teil, über den am wenigsten geredet wird und der am meisten trägt.

Die eine Regel, die überall gilt#

Wenn diese Serie eine gemeinsame Linie hat, dann diese: Der Assistent bereitet vor, der Mensch entscheidet.

Kein System hier verschickt selbständig eine Mail an einen Kunden. Keins schließt einen Vertrag. Keins löscht etwas Wichtiges ohne Rückfrage. Das ist keine Vorsicht aus Prinzip und auch keine Bescheidenheit über das, was technisch ginge. Es ist die Erkenntnis, dass der Wert im Vorbereiten liegt und das Risiko im Auslösen. Wer das Vorbereiten abgibt und das Auslösen behält, gewinnt fast alles und riskiert fast nichts.

Die zweite Linie ist unbequemer: Wir sind unser eigener härtester Fall. Alles hier läuft bei uns, bevor es bei einem Kunden läuft. Das bedeutet auch, dass wir die unangenehmen Befunde zuerst bei uns sehen. Genau deshalb wissen wir, wonach wir bei anderen schauen.

Was in dieser Serie nicht steht#

Keine Kundendaten. Keine Zugangsdaten, keine Server-Innereien, keine Ausschnitte aus laufenden Systemen. Wo etwas mit einem Kunden zu tun hat, steht die Firma und was wir gebaut haben, mehr nicht.

Und keine Zahlen ohne Herkunft. Wenn hier eine Zahl steht, steht dabei, worauf sie sich bezieht. Das macht manche Sätze länger, als sie sein müssten. Die Alternative ist, dass ein Sprachmodell in zwei Monaten eine Behauptung von uns weitergibt, die niemand belegen kann.

Womit es anfängt#

Der erste Beitrag der Serie ist der über das Gedächtnis, weil alles andere darauf steht. Danach kommen die Agenten, die Plattform, die Lernseite, die Werkzeuge und zum Schluss das Arbeitssystem, in dem das alles gebaut wird.

Wer wissen will, ob wir wissen, wovon wir reden: Diese Serie ist die ehrlichste Antwort darauf, die wir geben können.

Matthias Meyer

Matthias Meyer

Founder & AI Director

Founder & AI Director von StudioMeyer. Baut seit über 10 Jahren Websites und KI-Systeme. Lebt seit 2011 auf Mallorca und führt dort ein KI- und Webdesign-Studio: Webdesign, KI-Verbinder, KI-Systeme und eigene Modelle, dazu drei MCP-Server zum Selbstbedienen.

Änderungshistorie

  • Absatz zu MeetMyAgent aktualisiert: Jede Firma bekommt dort jetzt einen eigenen KI-Agenten.
Maschinenraum

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