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Eine Agenten-Flotte, sortiert nach Aufgaben
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Case Studies 28. Juli 2026 8 min Lesezeitvon Matthias Meyer

Eine Agenten-Flotte, sortiert nach Aufgaben

Wir betreiben keine Sammlung von Bots, sondern eine Flotte mit Rollen: Leitung, Technik, Inhalt, Sichtbarkeit, Betrieb, Prüfung. Was jede Gruppe macht und warum sie getrennt ist.

Inhalt

"Wir haben Agenten" ist ungefähr so aussagekräftig wie "wir haben Software". Die Frage ist, was sie tun, wann sie laufen und wer merkt, wenn einer stillsteht.

Bei uns ist daraus nach und nach eine Flotte geworden. Nicht geplant, sondern gewachsen: Jeder einzelne ist entstanden, weil eine Aufgabe zu regelmäßig war, um sie von Hand zu machen, und zu wenig eindeutig, um sie in ein Skript zu gießen.

Dieser Beitrag beschreibt die Gruppen, nicht jeden einzelnen. Eine Liste mit allen Namen wäre eine Aufzählung ohne Erkenntnis.

Die Regel hinter der Aufteilung#

Ein Agent hat eine Aufgabe. Nicht zwei.

Das klingt nach Bürokratie und ist der Grund, warum die Flotte funktioniert. Ein Agent, der Analytics prüfen und dabei auch die Konkurrenz beobachten soll, macht beides mittelmäßig, und wenn das Ergebnis schlecht ist, weiß man nicht, an welchem Teil es lag.

Zwei Agenten mit je einem Auftrag sind schärfer und, was wichtiger ist, einzeln beurteilbar. Man kann einen davon verbessern, ohne den anderen anzufassen.

Die Gruppen#

Die Leitung sind Agenten, die zusammenfassen statt selbst zu arbeiten. Sie lesen, was die anderen in der Nacht produziert haben, und machen daraus einen Bericht mit dem, was Aufmerksamkeit braucht. Ohne diese Schicht bekäme man morgens lauter Einzelmeldungen und läse keine davon.

Die Technik-Gruppe schaut auf den Code und die Systeme schauen. Was ist gewachsen, wo häufen sich Warnungen, welche Abhängigkeit hat eine bekannte Lücke, wo ist die Architektur von dem abgewichen, was dokumentiert ist.

Der Inhalt umfasst Recherche, Themenvorschläge, Entwürfe, Gegenlesen. Immer mit getrennten Rollen für Schreiben und Prüfen, weil ein Agent, der seinen eigenen Text prüft, nichts findet.

Die Sichtbarkeit deckt Suchmaschinen-Stände ab, Erwähnungen in KI-Antworten, Besucherzahlen, was die Konkurrenz gerade macht. Diese Gruppe läuft für unsere eigenen Seiten und für Kundenseiten.

Der Betrieb kümmert sich um Server, Sicherungen, Zertifikate, Container, Kosten. Die undankbarste Gruppe, weil ihr bester Tag der ist, an dem sie nichts meldet.

Die Prüfung besteht aus Agenten, deren einziger Zweck ist, die Arbeit der anderen anzugreifen. Sie schreiben nichts und bauen nichts. Sie suchen Fehler in dem, was gerade fertig geworden ist.

Die letzte Gruppe ist die, die am meisten bringt.

Warum der Prüfer eine eigene Rolle braucht#

Ein Modell, das etwas gebaut hat und danach gefragt wird, ob es gut ist, sagt ja. Nicht aus Bosheit, sondern weil es die Sache gerade so gebaut hat, wie es sie für richtig hielt.

Ein Prüfer mit eigenem Auftrag verhält sich anders, vor allem wenn der Auftrag nicht "prüfe" heißt, sondern "widerlege". Aus dieser Gruppe kommen die härtesten Befunde, auch bei Dingen, die vorher schon geprüft wurden.

Noch besser wird es, wenn der Prüfer aus einer anderen Modellfamilie kommt als der Erbauer. Zwei Modelle desselben Hauses machen ähnliche Fehler und übersehen sich gegenseitig.

Was nachts passiert#

Der größte Teil läuft, wenn niemand da ist. Das hat einen praktischen Grund: Ein Agent, der für einen Durchlauf lange braucht, stört tagsüber, und niemand wartet gern auf einen Bericht.

Morgens liegt das Ergebnis da. Nicht als Rohdaten, sondern als Text mit dem, was auffällt. Ein Bericht, der aus Zahlen ohne Einordnung besteht, wird nach zwei Wochen nicht mehr gelesen.

Was sie nicht dürfen#

Keiner dieser Agenten verschickt eine Mail an einen Kunden. Keiner ändert etwas an einer Kundenseite ohne einen Menschen dazwischen. Keiner löscht etwas.

Das ist die härteste Grenze im ganzen Aufbau, und sie ist bewusst technisch abgesichert und nicht nur als Anweisung formuliert. Eine Anweisung ist eine Bitte. Ein Werkzeug, das ein Agent gar nicht erst hat, ist eine Grenze.

Die Zahl, und warum sie hier nicht steht#

Es wäre leicht, eine Zahl zu nennen. Sie klingt gut und ist fast immer irreführend.

Zählt man Dateien, kommt eine große Zahl heraus, in der Hilfsteile und Unter-Agenten mitgezählt sind, die nie allein laufen. Zählt man nur, was nach Plan startet, ist es weniger. Zählt man, was täglich etwas produziert, das jemand liest, ist es noch weniger.

Alle drei Zahlen sind richtig und meinen etwas anderes. Wir nennen deshalb lieber die Gruppen und was sie tun. Wer eine Zahl braucht, sollte immer dazu fragen, was gezählt wurde.

Matthias Meyer

Matthias Meyer

Founder & AI Director

Founder & AI Director von StudioMeyer. Baut seit über 10 Jahren Websites und KI-Systeme. Lebt seit 15 Jahren auf Mallorca und führt dort ein KI- und Designstudio: Webdesign, KI-Verbinder, KI-Systeme und eigene Modelle, dazu vier MCP-Server zum Selbstbedienen.

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