Die meisten Websites für Kurse und Ausbildungen scheitern an derselben Stelle. Nicht am Design, nicht an den Texten, sondern an dem Moment, in dem sich jemand tatsächlich anmelden will.
Da steht dann ein Formular, das alles auf einmal will. Name, Adresse, Geburtsdatum, Ausweisnummer, gewünschter Kurs, Termin, Vorkenntnisse, ärztliche Tauglichkeit. Alles auf einem Bildschirm, alles mit Sternchen. Wer das auf dem Handy sieht, macht es zu.
Für die Bootsfahrschule Palma Mallorca haben wir diesen Moment auseinandergenommen.
Drei Schritte, weil einer zu viel ist#
Die Anmeldung läuft jetzt in drei Schritten. Erst die Frage, um welchen Kurs es überhaupt geht. Dann die wenigen Angaben, die für eine Anfrage nötig sind. Dann der Abschluss.
Der Unterschied ist nicht kosmetisch. Ein Formular in Schritten zeigt in jedem Moment nur, was gerade dran ist, und wer den ersten Schritt gemacht hat, macht mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit auch den zweiten. Das ist kein Trick, sondern schlicht die Erfahrung, dass Menschen abbrechen, wenn sie den Aufwand als Block vor sich sehen.
Nach dem Absenden geht automatisch eine Bestätigungsmail raus. Das klingt banal und ist es nicht: Ohne diese Mail sitzt jemand da und weiß nicht, ob die Anfrage angekommen ist. Er wartet einen Tag, dann schreibt er die nächste Schule an.
Gleichzeitig geht eine Benachrichtigung an die Schule, direkt aufs Handy. Der Kreis schließt sich nicht durch ein Dashboard, das jemand irgendwann öffnet, sondern durch ein Signal, das ankommt.
Prüfungsdaten gehören nicht in ein Anmeldeformular#
Der zweite Eingriff ist der wichtigere, und er hat mit Datenschutz zu tun.
Für einen Bootsführerschein braucht die Schule irgendwann Ausweisnummer, Geburtsdatum, Adresse. Für eine Kursanfrage braucht sie das nicht. Diese beiden Dinge in ein Formular zu packen, ist bequem und falsch. Man sammelt sensible Daten von Leuten, die vielleicht nie einen Kurs buchen, und man verlängert das Formular genau um die Felder, bei denen Leute zögern.
Deshalb liegen die Prüfungsdaten auf einem eigenen, getrennten Formular. Wer bucht, füllt es aus. Wer nur fragt, kommt damit gar nicht in Berührung.
Das ist eine der Entscheidungen, die im fertigen Ergebnis unsichtbar sind. Man sieht dem Formular nicht an, was es alles nicht abfragt.
Drei Sprachen, eine Insel#
Mallorca ist dreisprachig, und zwar nicht als Höflichkeit. Die Kundschaft einer Bootsschule in Palma besteht aus deutschsprachigen Residenten, spanischen Insulanern und internationalen Gästen. Die Seite gibt es deshalb auf Deutsch, Englisch und Spanisch.
Wichtig ist dabei weniger die Übersetzung als die Auszeichnung. Jede Sprachfassung muss den Suchmaschinen sagen, welche Fassungen es sonst noch gibt und welche für welches Publikum gedacht ist. Fehlt das, hält Google die drei Versionen für Dubletten und sucht sich selbst eine aus. Dann bekommt der spanische Interessent die deutsche Seite.
Was sonst noch drin ist#
Die Foto-Galerie läuft im Masonry-Layout, also in versetzten Spalten statt in einem starren Raster. Bilder von Booten und Kursen haben sehr unterschiedliche Formate, und ein starres Raster schneidet dann entweder ab oder lässt Luft. Jedes Bild lässt sich groß öffnen.
Dazu eine Karte, damit man den Anfahrtsweg sieht, und ein Chatbot für die Fragen, die immer kommen: Welchen Schein brauche ich, wie lange dauert das, was kostet es.
Die Seite ist außerdem so gebaut, dass Sprachmodelle sie sauber lesen können. Wer heute ChatGPT nach einem Bootsführerschein auf Mallorca fragt, bekommt eine Antwort aus dem, was das Modell im Netz gefunden hat. Auf dieser Ebene mitzuspielen ist inzwischen genauso wichtig wie klassische Suchmaschinenoptimierung, und beides entscheidet sich an der Struktur der Seite, nicht am Aussehen.
Der Teil, der am meisten bringt#
Wenn ich aus diesem Projekt eine Sache mitnehmen müsste, wäre es die Trennung der Formulare.
Es ist die billigste Änderung im ganzen Bau und die mit dem größten Effekt. Sie senkt die Hürde für die Anfrage, sie hält sensible Daten aus dem allgemeinen Umlauf, und sie macht den Ablauf ehrlicher: Erst reden, dann Papiere. So läuft es am Telefon ja auch.
Wer eine Seite hat, auf der ein einziges großes Formular alles auf einmal will, sollte genau dort anfangen. Nicht beim Design.
