Zum Hauptinhalt springen
Pakete plus À-la-carte: die schwierigste Preisdarstellung
Zurück zum Blog
Case Studies 4. August 2026 6 min Lesezeitvon Matthias Meyer

Pakete plus À-la-carte: die schwierigste Preisdarstellung

Für eine Hochzeitsplanerin auf Maui haben wir Zeremonie-Pakete und einen frei kombinierbaren Katalog nebeneinandergestellt. Warum das die härteste Struktur-Entscheidung war.

Inhalt

Es gibt einen Punkt, an dem viele Dienstleistungs-Websites einknicken, und er hat mit Preisen zu tun. Nicht mit ihrer Höhe, sondern mit ihrer Form.

Wer Pakete anbietet, macht die Entscheidung einfach und die Wirklichkeit falsch. Kaum jemand nimmt genau das mittlere Paket. Wer stattdessen alles einzeln aufführt, macht es ehrlich und unbenutzbar, weil niemand aus einer langen Liste von Einzelposten eine Hochzeit zusammenbaut.

Für Ancient Hawaiian Weddings, unseren ersten Kunden in den USA, haben wir beides nebeneinandergestellt.

Der Katalog neben den Paketen#

Auf der Seite stehen die Zeremonie-Pakete als Einstieg. Sie geben die Richtung vor und beantworten die erste Frage, die jeder hat: Was kostet so etwas ungefähr.

Daneben liegt ein Katalog, aus dem man einzeln dazuwählen kann. Das ist der Teil, der die Arbeit macht. Denn eine Hochzeit ist genau die Art von Anlass, bei der niemand ein Standardpaket will und trotzdem jeder einen Ausgangspunkt braucht.

Strukturell heißt das: Die Bestandteile müssen an einer Stelle liegen und von beiden Darstellungen benutzt werden. Ein Paket ist dann eine benannte Auswahl aus dem Katalog, nicht eine zweite Liste, die zufällig ähnlich aussieht. Wären es zwei Listen, würde die Änderung eines Preises an einer Stelle passieren und an der anderen vergessen. Das passiert nicht vielleicht, das passiert sicher, und zwar innerhalb weniger Monate.

Ein Lookbook statt einer Galerie#

Bilder sind bei einer Hochzeitsplanerin das halbe Angebot. Eine normale Galerie zeigt sie als Raster, und ein Raster liest sich wie ein Archiv.

Die Seite hat deshalb zusätzlich ein Lookbook, durch das man blättert. Der Unterschied klingt klein und verändert das Tempo: In einem Raster überfliegt man, in einem Lookbook sieht man ein Bild nach dem anderen an. Für ein Angebot, bei dem die Stimmung das Produkt ist, ist das die richtige Geschwindigkeit.

Daneben gibt es die klassische Galerie für alle, die schnell durchsehen wollen. Beides zu haben kostet wenig, weil die Bilder ohnehin dieselben sind.

Zwei Sprachen, ein sehr konkreter Grund#

Die Seite gibt es auf Englisch und Deutsch. Das ist keine allgemeine Weltoffenheit, das ist die tatsächliche Kundschaft: Paare aus dem deutschsprachigen Raum, die auf Hawaii heiraten wollen.

Für so ein Publikum ist die deutsche Fassung nicht Zierde, sondern der Grund, überhaupt anzufragen. Wer eine Zeremonie am anderen Ende der Welt bucht, ohne den Ort je gesehen zu haben, entscheidet zu einem großen Teil danach, ob er sich verstanden fühlt. Ein Ablauf, den man in seiner Sprache nachlesen kann, macht dabei mehr aus als jedes Design.

Der übliche Fehler wäre gewesen, nur die Startseite zu übersetzen. Wir haben die Übersetzung durch bis in die FAQ, die Pakete und das Anfrageformular gezogen, weil genau dort die Fragen entstehen, die zum Abbruch führen.

Der Umzug von der alten Seite#

Auch dieses Projekt war ein Umzug, kein Neuanfang auf leerem Grund. Es gab eine Seite, sie lief seit Jahren, und sie hatte Adressen, auf die verlinkt wurde.

Also lief hier dasselbe Verfahren wie bei jedem Relaunch: eine Liste, die jede alte Adresse auf ihre neue Entsprechung zeigt, gebaut und geprüft, bevor umgeschaltet wird. Wer das überspringt, verliert leise, was über Jahre entstanden ist, und merkt es erst, wenn die Anfragen ausbleiben.

Dazu kommt der Maschinen-Layer, den bei uns jede Seite bekommt. Bei einem Anbieter, der am anderen Ende der Welt sitzt und dessen Kunden zu Hause recherchieren, ist die Frage "Was antwortet ChatGPT, wenn jemand nach einer Hochzeit auf Maui fragt" keine Spielerei. Für viele Paare ist das inzwischen der erste Schritt, noch vor der Suchmaschine.

Was bei Entfernung wirklich zählt#

Der interessanteste Unterschied zu einem Projekt auf der Insel war nicht die Technik, sondern das Anfrageformular.

Wenn zwischen Kunde und Anbieter ein halber Erdball liegt, ist jede Rückfrage ein verlorener Tag. Das Formular muss deshalb beim ersten Mal die Dinge einsammeln, die sonst zur Nachfrage führen: Wunschtermin, Zahl der Gäste, Vorstellung von der Zeremonie. Nicht mehr, weil jedes zusätzliche Feld Leute kostet, aber diese schon.

Das ist die Umkehrung dessen, was wir bei der Bootsfahrschule gemacht haben, und beides ist richtig. Dort ging es darum, die Hürde für eine schnelle Anfrage zu senken, weil man ohnehin gleich telefoniert. Hier zählt jede Antwort, die man sich sparen kann.

Matthias Meyer

Matthias Meyer

Founder & AI Director

Founder & AI Director von StudioMeyer. Baut seit über 10 Jahren Websites und KI-Systeme. Lebt seit 15 Jahren auf Mallorca und führt dort ein KI- und Designstudio: Webdesign, KI-Verbinder, KI-Systeme und eigene Modelle, dazu vier MCP-Server zum Selbstbedienen.

Kundenprojekte

Drei weitere Posts aus dem gleichen Themen-Cluster die zeigen wie das Bild zusammenpasst:

Cluster-Übersicht: Was in unseren Kundenprojekten wirklich steckt